Die 6 wichtigsten Cannabinoide: Was sie tun und warum sie wichtig sind

Die 6 wichtigsten Cannabinoide: Was sie tun und warum sie wichtig sind
20 Februar 2026
Jonas Lichter 0 Kommentare

Wenn du dich mit Cannabis beschäftigst, hörst du immer wieder von CBD, THC und manchmal sogar von THCP - aber was steckt wirklich dahinter? Viele denken, Cannabis hat nur zwei Wirkstoffe. Tatsächlich gibt es über 100 verschiedene Cannabinoide, und sechs davon spielen eine entscheidende Rolle bei den Effekten, die du spürst. Keine Fantasie. Keine Marketing-Blasen. Nur das, was wissenschaftlich belegt ist und was du wirklich brauchst, um zu verstehen, was in deinem Öl, deiner Blüte oder deiner Kapsel passiert.

THC - Der bekannteste, aber nicht der stärkste

THC ist das Hauptpsychoaktive in Cannabis, das für das typische Hoch verantwortlich ist. Es bindet sich stark an die CB1-Rezeptoren im Gehirn und löst Veränderungen in Stimmung, Wahrnehmung und Appetit aus. Die meisten kommerziellen Produkte enthalten zwischen 10 % und 25 % THC. Doch wer glaubt, dass mehr THC immer besser ist, irrt. Zu viel THC kann Angst, Paranoia oder Schwindel auslösen - besonders bei Anfängern. In Österreich ist THC in Lebensmitteln auf 0,2 % begrenzt, aber in medizinischen Produkten kann es deutlich höher sein.

CBD - Der beruhigende Gegenpol

CBD ist der am häufigsten verwendete Nicht-psychoaktive Cannabinoid, der Entzündungen lindert, Schlaf fördert und die Wirkung von THC abmildert. Im Gegensatz zu THC greift CBD nicht direkt in die CB1-Rezeptoren ein, sondern moduliert sie. Das heißt: Es macht THC weniger intensiv, ohne das Hoch zu verhindern. Studien zeigen, dass CBD bei chronischen Schmerzen, Angststörungen und sogar Epilepsie helfen kann. In Österreich ist CBD in Lebensmitteln und Ölen legal, solange der THC-Gehalt unter 0,2 % liegt. Viele Menschen nutzen es täglich - nicht fürs Hoch, sondern fürs Gleichgewicht.

THCP - Der neue Star mit 33-facher Bindungskraft

THCP ist ein natürlich vorkommender Cannabinoid, der erst 2019 entdeckt wurde und bis zu 33-mal stärker an CB1-Rezeptoren bindet als THC. Das klingt dramatisch - und ist es auch. Einige Nutzer berichten, dass selbst winzige Mengen von THCP (unter 5 mg) starke, lange anhaltende Effekte haben - oft mit intensiverem Körpergefühl und tieferer Entspannung. Es ist nicht synthetisch, sondern kommt in geringen Mengen in bestimmten Cannabis-Sorten vor. In Österreich ist THCP rechtlich im Graubereich: Solange es aus legalen Hanfsorten stammt und der THC-Gehalt unter 0,2 % bleibt, ist es verkaufbar. Aber: Es ist nicht für Anfänger geeignet. Wer THCP ausprobiert, sollte mit 1-2 mg beginnen und 24 Stunden warten, bevor er mehr nimmt.

Querschnitt einer Hanfpflanze mit leuchtenden Cannabinoid-Wegen in Wasserfarbe.

CBG - Der junge, unentdeckte Helfer

CBG ist eine Vorstufe von THC und CBD, die in jungen Pflanzen vorkommt und oft als "Mutter-Cannabinoid" bezeichnet wird. In der Natur ist CBG selten, weil die Pflanze es meist in andere Cannabinoide umwandelt. Doch in speziell gezüchteten Sorten kann es bis zu 10 % erreichen. CBG wirkt entzündungshemmend, fördert die Neurogenese und könnte bei Glaukom, Darmerkrankungen und sogar Hautproblemen helfen. Es ist nicht psychoaktiv, aber es hat eine leicht stimulierende Wirkung - viele Nutzer beschreiben es als "klare Energie". Es ist teuer, weil es schwer zu gewinnen ist, aber es lohnt sich, wenn du dich für Gesundheit und Regeneration interessierst.

CBN - Der Schlaf-Cannabinoid

CBN ist ein Abbauprodukt von THC, das entsteht, wenn Cannabis alt wird oder falsch gelagert wird. Es ist nicht stark psychoaktiv, aber es hat eine starke sedierende Wirkung. Studien aus den 1970er Jahren zeigten, dass CBN möglicherweise stärker schlaffördernd wirkt als Melatonin. Heute wird es in Schlafölen, Kapseln und Tees eingesetzt. Wenn du nachts wach liegst, könnte CBN helfen - besonders wenn du schon CBD ausprobiert hast und es nicht ausreicht. In Österreich ist CBN legal, solange es aus Hanf stammt und der THC-Gehalt unter der Grenze bleibt. Es ist kein High, sondern ein sanfter Weg ins Bett.

CBC - Der unsichtbare Unterstützer

CBC ist ein Cannabinoid, das oft übersehen wird, weil es nicht psychoaktiv ist und in geringen Mengen vorkommt. Doch es hat starke entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften. Besonders interessant: CBC scheint die Wirkung von CBD und THC zu verstärken - ein Effekt, der als "Entourage-Effekt" bekannt ist. Es könnte auch die Bildung neuer Gehirnzellen fördern und bei Depressionen helfen. In der Natur kommt CBC in bestimmten indischen und afrikanischen Sorten vor. In Europa ist es selten, aber in Premium-Ölen findest du es oft als Zusatz. Es ist kein Wundermittel, aber ein wichtiger Baustein für ganzheitliche Wirkung.

Drei Flaschen mit CBD, THCP und Vollspektrum-Öl, umgeben von wissenschaftlichem Hintergrund.

Was du wirklich brauchst: Ein Vergleich

Vergleich der sechs wichtigsten Cannabinoide
Cannabinoid Psychoaktiv? Hauptwirkung Typische Konzentration Verfügbarkeit in Österreich
THC Ja Psychoaktiv, euphorisierend 5-30 % Legal in medizinischen Produkten
CBD Nein Beruhigend, entzündungshemmend 5-20 % Legal in Lebensmitteln
THCP Ja (sehr stark) Intensives, langes Hoch 0,1-1 % Legal, aber im Graubereich
CBG Nein Regeneration, Energie 0,1-10 % Limitiert verfügbar
CBN Leicht Schlaffördernd 0,1-5 % Legal
CBC Nein Unterstützt CBD/THC, entzündungshemmend 0,1-1 % Selten, in Premium-Ölen

Warum das alles wichtig ist

Du musst nicht alle sechs Cannabinoide kennen, um mit Cannabis umzugehen. Aber wenn du verstehst, wie sie zusammenwirken, kannst du besser entscheiden: Brauche ich ein Produkt für Schlaf? Dann suche nach CBN. Brauche ich etwas für Schmerzen ohne Hoch? Dann ist CBD mit CBG eine gute Kombination. Willst du etwas Neues ausprobieren? Dann könnte THCP interessant sein - aber nur, wenn du weißt, wie du es dosierst. Die meisten Produkte auf dem Markt enthalten nur THC und CBD. Das ist nicht schlecht - aber es ist nicht alles. Die Zukunft liegt in vollspektrigen Ölen, die mehr als zwei Cannabinoide enthalten. Und genau das macht den Unterschied.

Was du jetzt tun kannst

  • Wenn du neu bist: Beginne mit CBD-Öl (10-15 %) und beobachte, wie dein Körper reagiert.
  • Wenn du Schlafprobleme hast: Suche nach Produkten mit CBN (mindestens 2 %).
  • Wenn du Neugier hast: Probiere ein THCP-Produkt mit maximal 1 mg pro Portion - und halte dich an die Dosierung.
  • Wenn du mehr willst: Wähle Produkte mit Vollspektrum, die CBG und CBC erwähnen.
  • Wenn du unsicher bist: Lies das Etikett. Jeder seriöse Hersteller listet die Cannabinoide auf - nicht nur THC und CBD.

Ist THCP legal in Österreich?

THCP ist rechtlich im Graubereich. Solange es aus legalen Hanfsorten stammt (mit THC unter 0,2 %) und nicht als synthetischer Stoff hergestellt wurde, ist es im Verkauf erlaubt. Aber: Es gibt keine klaren Gesetze für THCP. Viele Anbieter verkaufen es, aber es ist nicht explizit geregelt. Achte auf Laborberichte - nur so kannst du sicher sein, was du bekommst.

Kann man CBD und THCP zusammennehmen?

Ja, das ist sogar sinnvoll. CBD dämpft die intensive Wirkung von THCP und reduziert das Risiko von Unwohlsein oder Angst. Viele Premium-Produkte kombinieren beide - mit etwa 1:5 oder 1:10 Verhältnis (CBD:THCP). Das macht das Hoch kontrollierbarer und länger haltbar. Aber: Beginne mit sehr niedrigen Dosen. 1 mg THCP mit 5 mg CBD ist ein guter Startpunkt.

Ist CBG wirklich wirksam?

Ja. Studien zeigen, dass CBG entzündungshemmend, neuroschützend und antimikrobiell wirkt. Es wird in Tierstudien bei Glaukom, Morbus Crohn und Hauterkrankungen getestet. Bei Menschen gibt es noch wenig Daten - aber viele Nutzer berichten von weniger Schmerzen, besserer Verdauung und mehr Konzentration. Es ist kein Wunder, aber eine sinnvolle Ergänzung.

Warum ist CBN besser als Melatonin für Schlaf?

CBN wirkt nicht wie ein Hormon. Es beruhigt das Nervensystem sanft, ohne die natürliche Schlafarchitektur zu stören. Melatonin bringt dich schnell ins Bett, aber es kann am nächsten Tag müde machen. CBN fördert tieferen, ruhigeren Schlaf - und du wachst ohne Kater auf. Es ist kein Ersatz, aber eine natürliche Alternative.

Wie erkenne ich ein gutes Vollspektrum-Öl?

Ein echtes Vollspektrum-Öl enthält nicht nur THC und CBD, sondern auch CBG, CBN, CBC und Terpene. Schau auf den Laborbericht: Er sollte alle Cannabinoide auflisten, nicht nur die Hauptstoffe. Wenn nur THC und CBD stehen, ist es kein Vollspektrum - sondern ein isoliertes Produkt. Gute Öle nennen auch die Konzentrationen: z. B. "CBD 12 %, CBG 0,8 %, CBN 0,5 %".

Schlagwörter: Cannabinoide THCP CBD THC CBG CBN CBC
Jonas Lichter

Jonas Lichter

Ich bin ein Experte für natürliche Heilmethoden und habe mich auf die therapeutische Anwendung von CBD, THC und HHC spezialisiert. In meiner Praxis in Salzburg unterstütze ich Menschen dabei, natürliches Wohlbefinden zu erreichen. Zusätzlich teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen über die Vorteile und Anwendungen von Cannabinoiden in verschiedenen Publikationen und auf meinem Blog.