Ist CBD eine kontrollierte Substanz? Rechtlicher Status in Österreich und der EU

Ist CBD eine kontrollierte Substanz? Rechtlicher Status in Österreich und der EU
2 Februar 2026
Jonas Lichter 0 Kommentare

Vielleicht hast du schon mal über CBD gehört - als Tropfen, Öl oder Creme - und dich gefragt: Ist das überhaupt legal? Oder ist CBD eine kontrollierte Substanz, wie Cannabis oder THC? Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein. Es hängt davon ab, wo du bist, was drin ist und wie es hergestellt wurde. In Österreich ist die Lage klarer als in vielen anderen Ländern, aber trotzdem gibt es Fallstricke, die jeder kennen sollte, der CBD nutzt.

Was ist CBD eigentlich?

CBD steht für Cannabidiol. Es ist eine der vielen Verbindungen, die in der Hanfpflanze vorkommen. Im Gegensatz zu THC, dem bekanntesten Wirkstoff in Cannabis, macht CBD nicht high. Es wirkt beruhigend, entzündungshemmend und kann bei Schlafstörungen, Angst oder Schmerzen helfen. Viele Menschen nehmen es deshalb als Ergänzung zur Gesundheitspflege. Aber genau weil es aus derselben Pflanze kommt wie THC, wird es oft falsch eingeschätzt.

Die Europäische Union und Österreich haben deshalb klare Regeln aufgestellt, um zwischen legalen CBD-Produkten und illegalen Drogen zu unterscheiden. Der Schlüssel liegt in der THC-Konzentration.

Wie viel THC ist in CBD erlaubt?

In Österreich ist CBD legal - aber nur wenn der THC-Gehalt unter 0,2 % liegt. Das ist die Grenze, die auch die gesamte EU für Hanfprodukte vorschreibt. Wenn ein CBD-Öl oder eine CBD-Creme mehr als 0,2 % THC enthält, gilt es als berauschendes Mittel - und das ist strafbar.

Diese 0,2 % sind keine willkürliche Zahl. Sie basieren auf wissenschaftlichen Studien, die zeigen, dass ab dieser Menge THC eine psychoaktive Wirkung möglich wird. Hersteller müssen ihre Produkte daher genau testen lassen. In Österreich dürfen nur Produkte verkauft werden, die von unabhängigen Laboren zertifiziert wurden. Du findest diese Zertifikate oft auf der Website des Herstellers oder auf der Verpackung - als QR-Code oder PDF.

Einige Produkte behaupten, sie seien „THC-frei“. Das ist oft irreführend. Es gibt keine 100 %ige Entfernung von THC aus Hanfextrakten. Selbst hochgereinigtes CBD enthält Spuren. Wichtig ist nicht, ob es absolut null ist, sondern ob es unter der gesetzlichen Grenze bleibt.

Warum wird CBD nicht als kontrollierte Substanz eingestuft?

Einige Leute denken: Wenn es aus Cannabis kommt, muss es kontrolliert sein. Aber das stimmt nicht. Die EU und Österreich unterscheiden zwischen der Pflanze und ihren Einzelstoffen. THC ist kontrolliert - weil es berauscht. CBD ist nicht kontrolliert - weil es das nicht tut.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat CBD als nicht suchterzeugend eingestuft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2018 offiziell festgestellt, dass CBD „kein Missbrauchspotenzial“ hat und „keine öffentliche Gesundheitsgefahr“ darstellt. Das war ein Wendepunkt. Seitdem haben viele Länder, auch Österreich, ihre Gesetze angepasst.

Das bedeutet: CBD ist keine Drogenart wie Heroin, Kokain oder auch THC. Es ist kein Rauschmittel. Es ist ein Naturstoff, der wie Vitamine oder Omega-3-Fettsäuren in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden kann - solange er unter der THC-Grenze bleibt.

Was passiert, wenn CBD über 0,2 % THC hat?

Wenn ein Produkt mehr als 0,2 % THC enthält, wird es in Österreich als illegaler Cannabis-Erzeugnis eingestuft. Das bedeutet: Verkauf, Besitz oder Herstellung können strafbar sein - selbst wenn du es für medizinische Zwecke nimmst.

Es gibt Fälle, in denen Menschen CBD-Öl aus dem Ausland bestellt haben - zum Beispiel aus der Schweiz oder den Niederlanden - und dann von der Polizei kontrolliert wurden. Die Proben wurden ins Labor geschickt. Wenn der THC-Gehalt bei 0,3 % lag, wurde das Produkt beschlagnahmt, und die Person musste eine Anzeige erwarten. Es ging nicht um Drogenkonsum, sondern um den Verstoß gegen das Suchtmittelgesetz.

Das Risiko steigt, wenn du CBD von unbekannten Anbietern kaufst - besonders online. Viele günstige Produkte auf Amazon, eBay oder Instagram haben keine Zertifikate. Sie sind nicht getestet. Und wenn sie zu viel THC enthalten, bist du als Käufer nicht vor Strafe geschützt.

Ein Apotheker reicht einem Kunden eine CBD-Flasche mit deutlich sichtbarem THC-Hinweis unter 0,2 %.

Was ist mit CBD-Blüten?

CBD-Blüten - also die getrockneten Blüten der Hanfpflanze - sind ein Sonderfall. In Österreich sind sie grundsätzlich verboten, selbst wenn sie unter 0,2 % THC haben. Warum? Weil sie optisch und geruchlich wie Cannabis aussehen. Die Behörden können nicht sicherstellen, ob jemand sie raucht oder nicht. Deshalb gilt: Hanfblüten mit CBD sind nicht zum Verzehr oder zur Verwendung als Tee zugelassen.

Du kannst CBD-Öl, Kapseln, Cremes oder Salben kaufen. Aber nicht die Blüten. Wenn du CBD-Blüten siehst, die als „Nicht zum Verzehr“ verkauft werden, ist das ein juristischer Trick. Der Verkauf ist trotzdem illegal. Die Polizei hat in Salzburg und anderen Städten mehrfach solche Geschäfte geschlossen.

Wie erkenne ich ein legales CBD-Produkt?

Wenn du CBD kaufen willst, achte auf diese drei Dinge:

  1. THC-Gehalt unter 0,2 % - das muss auf dem Etikett stehen, und es muss ein Laborbericht verfügbar sein.
  2. Hersteller aus der EU - Produkte aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz haben höhere Standards als solche aus Asien oder den USA.
  3. Keine medizinischen Versprechen - ein legales CBD-Produkt darf nicht sagen, es „heilt“ Schmerzen, Depressionen oder Krebs. Das wäre eine unzulässige Werbung. Es darf nur sagen: „enthält CBD“ oder „für die tägliche Pflege“.

Ein seriöser Anbieter zeigt dir den Zertifikatscode. Scanne ihn mit deinem Handy. Du solltest den Laborbericht sehen - mit Datum, Produktname, THC-Gehalt und Unterschrift des Labors. Wenn das nicht da ist, lass es bleiben.

Was ist mit CBD in Lebensmitteln?

Seit 2019 ist CBD in Lebensmitteln in der EU nicht mehr erlaubt - mit einer Ausnahme: Wenn es als „neuer Lebensmittelbestandteil“ genehmigt wurde. Bis heute gibt es nur wenige Produkte, die diese Genehmigung haben - meistens in Form von CBD-Öl in Kapseln.

Du findest aber immer noch CBD-Haselnüsse, CBD-Schokolade oder CBD-Tee. Das ist illegal. Die Lebensmittelbehörde (AGES) hat in den letzten Jahren mehrere Unternehmen abgemahnt. Die Produkte wurden vom Markt genommen. Der Verkauf von CBD in Lebensmitteln ist in Österreich also nicht erlaubt - auch wenn du es überall siehst.

Legale CBD-Produkte neben einem verbotenen Hanfblüten-Paar, das mit rotem Klebeband durchgestrichen ist.

Was ist mit CBD für Tiere?

Viele Tierhalter geben ihren Hunden CBD-Öl bei Angst, Arthritis oder Epilepsie. Das ist eine gängige Praxis - aber rechtlich ein Graubereich. In Österreich ist CBD für Tiere nicht als Tierarzneimittel zugelassen. Es gibt keine offiziellen Studien, die die Wirksamkeit und Sicherheit für Hunde oder Katzen nachgewiesen haben.

Ein Tierarzt darf CBD nicht verschreiben. Wenn du es deinem Hund gibst, tust du das auf eigene Verantwortung. Du kannst es kaufen, aber du kannst es nicht legal vom Tierarzt empfohlen bekommen. Es ist kein Medikament - es ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das nicht für Tiere zugelassen ist.

Was ist mit Reisen? Darf ich CBD mit in den Urlaub nehmen?

Wenn du CBD aus Österreich in ein anderes Land bringst, musst du aufpassen. In Deutschland ist es legal - solange es unter 0,2 % THC hat. In der Schweiz auch. Aber in Frankreich ist CBD verboten, selbst wenn es legal in Österreich ist. In Spanien ist es erlaubt, aber nur privat. In Italien brauchst du eine ärztliche Bescheinigung.

Die EU erlaubt den freien Warenverkehr - aber nur, wenn die Produkte den jeweiligen nationalen Gesetzen entsprechen. Du kannst CBD nicht einfach mit in den Urlaub nehmen, nur weil du es in Österreich legal hast. Es ist wie mit Alkohol oder Medikamenten: Jedes Land hat seine eigenen Regeln.

Wenn du mit CBD reist, nimm nur so viel mit, wie du für ein paar Tage brauchst. Und bringe immer den Laborbericht mit. Falls du kontrolliert wirst, kannst du damit beweisen, dass dein Produkt legal ist.

Fazit: CBD ist nicht kontrolliert - aber nur, wenn du es richtig nutzt

CBD ist in Österreich keine kontrollierte Substanz. Es ist legal, solange der THC-Gehalt unter 0,2 % liegt und es nicht als Lebensmittel oder Blüte verkauft wird. Es ist kein Rauschmittel. Es ist kein Drogen. Es ist ein Naturstoff - mit klaren Regeln.

Die Gefahr liegt nicht im CBD selbst, sondern in den Produkten, die es verfälschen. Ungetestete Öle, falsch gekennzeichnete Cremes, CBD-Blüten - das sind die Fallen. Wer sich informiert, wer auf Zertifikate achtet und wer keine medizinischen Versprechen glaubt, kann CBD sicher nutzen.

Wenn du unsicher bist: Frag einen Apotheker. Oder schau auf die Website der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Sie haben klare Informationen - und keine Werbung.

Ist CBD in Österreich legal?

Ja, CBD ist in Österreich legal, wenn der THC-Gehalt unter 0,2 % liegt und es nicht als Lebensmittel oder Hanfblüte verkauft wird. Es darf als Öl, Kapsel oder Creme angeboten werden, solange es von einem zertifizierten Hersteller stammt und keine medizinischen Heilversprechen enthält.

Kann ich CBD mit in den Urlaub nehmen?

Das hängt vom Zielland ab. In Deutschland und der Schweiz ist es erlaubt, wenn es unter 0,2 % THC hat. In Frankreich, Italien oder Spanien sind die Regeln strenger oder anders. Im Zweifel: Nimm nur kleine Mengen mit und bringe den Laborbericht. Vermeide CBD-Blüten - die sind in vielen Ländern verboten, auch wenn sie legal in Österreich sind.

Warum sind CBD-Blüten in Österreich verboten?

CBD-Blüten sehen und riechen genau wie Cannabisblüten. Die Behörden können nicht sicherstellen, ob jemand sie raucht oder nicht. Deshalb gelten sie als „Cannabis-ähnliches Produkt“ und sind verboten - selbst wenn sie unter 0,2 % THC haben. Der Verkauf ist illegal, egal ob mit „Nicht zum Verzehr“-Aufschrift oder nicht.

Darf ich CBD für meinen Hund nehmen?

Du kannst CBD-Öl für deinen Hund kaufen - aber es ist nicht als Tierarzneimittel zugelassen. Ein Tierarzt darf es nicht verschreiben. Es gibt keine offiziellen Studien zur Sicherheit bei Tieren. Du nimmst es auf eigene Verantwortung. Es ist kein Verbrechen, aber es ist auch kein genehmigtes Medikament.

Was passiert, wenn ich ein CBD-Produkt mit zu viel THC kaufe?

Wenn du ein Produkt kaufst, das mehr als 0,2 % THC enthält, ist es rechtlich gesehen Cannabis. Der Besitz ist nicht strafbar, wenn es nur für dich ist und du keine Absicht zur Weitergabe hast. Aber der Verkauf oder die Herstellung ist strafbar. Wenn du es online kaufst und es kontrolliert wird, kann das Produkt beschlagnahmt werden. Du bekommst keine Strafe, aber du verlierst dein Geld - und möglicherweise auch deine Gesundheit, wenn das Produkt schlecht ist.

Jonas Lichter

Jonas Lichter

Ich bin ein Experte für natürliche Heilmethoden und habe mich auf die therapeutische Anwendung von CBD, THC und HHC spezialisiert. In meiner Praxis in Salzburg unterstütze ich Menschen dabei, natürliches Wohlbefinden zu erreichen. Zusätzlich teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen über die Vorteile und Anwendungen von Cannabinoiden in verschiedenen Publikationen und auf meinem Blog.