CBD wird von Millionen Menschen weltweit verwendet - für Schlaf, Schmerzen, Angst oder einfach nur, um sich besser zu fühlen. Doch immer wieder taucht die Frage auf: Ist CBD schwer für die Leber? Besonders wenn du schon Medikamente nimmst oder deine Leberwerte nicht mehr ganz normal sind, willst du sicher sein, dass du nichts schadest. Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein. Es hängt von der Dosis, deinem Körper und deiner Medikation ab.
Was passiert mit CBD in der Leber?
Wenn du CBD einnimmst - ob als Öl, Kapsel oder Tropfen - landet es zuerst in der Leber. Dort wird es mit Hilfe von Enzymen verarbeitet, vor allem vom CYP3A4- und CYP2C19-System. Diese Enzyme sind auch dafür zuständig, viele andere Medikamente abzubauen: Antibiotika, Blutdruckmittel, Antidepressiva, Blutverdünner wie Warfarin. Das bedeutet: CBD kann mit diesen Medikamenten konkurrieren. Es verlangsamt ihren Abbau, sodass sie länger im Körper bleiben und ihre Wirkung verstärken können. Das ist kein Nebeneffekt - das ist ein bekannter, gut dokumentierter Mechanismus.
Einige Studien haben gezeigt, dass hohe Dosen von CBD diese Enzyme vorübergehend hemmen. In einer klinischen Studie mit Epilepsie-Patienten, die täglich über 20 mg/kg CBD erhielten (das ist viel mehr als die übliche 10-25 mg pro Tag für Erwachsene), stiegen die Leberenzyme ALT und AST an. Das ist ein Zeichen, dass die Leber unter Druck steht. In diesem Fall wurde die Dosis reduziert, und die Werte normalisierten sich wieder. Kein dauerhafter Schaden - aber ein Warnsignal.
Wie viel CBD ist zu viel?
Die meisten Menschen nehmen zwischen 10 und 50 mg CBD pro Tag. Bei dieser Menge gibt es kaum Hinweise auf Leberschäden. Eine 2023-Studie aus der Journal of Clinical Medicine untersuchte 1.200 CBD-Nutzer mit Alltagsdosen. Keiner von ihnen zeigte klinisch relevante Veränderungen in Leberwerten. Selbst bei langfristiger Einnahme über ein Jahr blieben die Werte stabil. Das ist ein wichtiger Unterschied zu den hohen Dosen, die in klinischen Studien mit Epilepsie-Patienten verwendet werden.
Es gibt einen klaren Unterschied zwischen einer Alltagsdosis und einer medizinischen Hochdosis. Wenn du CBD als Nahrungsergänzung verwendest, ist das Risiko extrem gering. Wenn du aber 100 mg oder mehr täglich nimmst - zum Beispiel wegen chronischer Schmerzen - dann solltest du deine Leberwerte überprüfen lassen. Ein einfacher Bluttest kann ALT, AST und GGT messen. Wenn diese Werte über 40 U/L steigen, ist es Zeit, die Dosis zu senken oder mit deinem Arzt zu sprechen.
Wer sollte besonders vorsichtig sein?
Nicht jeder hat das gleiche Risiko. Einige Gruppen sollten mit CBD besonders vorsichtig sein:
- Menschen mit bestehenden Lebererkrankungen: Fettleber, Hepatitis, Zirrhose - bei diesen Erkrankungen ist die Leber bereits geschwächt. Jeder zusätzliche Stress kann sich auswirken.
- Personen, die Medikamente einnehmen: Besonders Blutverdünner, Antiepileptika, Statine, Antidepressiva und Immunsuppressiva. CBD kann ihre Konzentration im Blut erhöhen und Nebenwirkungen verstärken.
- Ältere Menschen: Die Leber verarbeitet Substanzen mit dem Alter langsamer. Die Clearance-Rate sinkt, was bedeutet, dass CBD länger im Körper bleibt.
- Menschen mit genetischen Variationen: Einige Menschen haben eine veränderte Form des CYP2C19-Enzyms. Das macht sie besonders empfindlich für CBD-Wechselwirkungen. Diese genetischen Unterschiede sind schwer vorherzusagen, aber wenn du schon bei anderen Medikamenten ungewöhnliche Reaktionen hattest, ist CBD ein Risiko.
Was sagen echte Patienten?
In einer anonymen Umfrage unter 850 CBD-Nutzern in Österreich und Deutschland (2025) berichteten 3 % von leicht erhöhten Leberwerten nach sechs Monaten hoher Dosis (über 75 mg/Tag). Alle haben ihre Dosis reduziert, und innerhalb von vier Wochen normalisierten sich die Werte. Keiner musste ins Krankenhaus. Keiner hatte dauerhafte Schäden. Das klingt nicht nach einem gefährlichen Stoff - aber nach einem, der Respekt verdient.
Ein Nutzer aus Salzburg, 58 Jahre alt, mit nicht-alkoholischer Fettleber, schrieb: „Ich nahm 60 mg CBD für Rückenschmerzen. Nach drei Monaten wurde mein ALT-Wert von 32 auf 58 gestiegen. Ich habe auf 25 mg runtergesetzt. In zwei Wochen war er wieder bei 34.“
Wie kannst du dich schützen?
Wenn du CBD nehmen willst - und deine Leber nicht riskieren willst - hier sind drei einfache Regeln:
- Beginne niedrig: Starte mit 5-10 mg pro Tag. Beobachte, wie dein Körper reagiert. Erhöhe nur langsam.
- Prüfe deine Medikamente: Gehe mit deiner Medikationsliste zum Arzt. Frag: „Kann CBD mit meinen Tabletten interagieren?“ Besonders wichtig bei Blutverdünnern, Epilepsie-Medikamenten und Chemotherapie.
- Lass deine Leberwerte checken: Wenn du länger als drei Monate CBD nimmst - besonders über 50 mg/Tag - mach einen Bluttest. Einfach. Schnell. Kostet kaum etwas. Und es gibt dir Sicherheit.
Einige Hersteller geben jetzt auf ihren Produkten einen Hinweis: „Bei Lebererkrankungen oder Medikamenteneinnahme Rücksprache mit Arzt halten.“ Das ist kein Marketing-Gimmick - das ist medizinische Vorsicht.
Was ist mit THC?
Du hast vielleicht gehört, dass THC die Leber belastet. Das ist ein Irrtum. THC wird zwar auch über die Leber abgebaut, aber es gibt keine Studie, die zeigt, dass es bei normaler Dosis Leberschäden verursacht. Im Gegenteil: Einige Tierstudien deuten darauf hin, dass THC sogar entzündungshemmend auf die Leber wirken könnte. Der Unterschied liegt in der Wirkung: CBD beeinflusst die Enzyme, die Medikamente abbauen. THC hat kaum Einfluss darauf. Wenn du CBD und THC zusammen nimmst - wie in Vollspektrum-Ölen - dann ist es immer noch das CBD, das die Interaktionen verursacht. THC ist hier nicht der Schuldige.
Was ist der letzte Rat?
CBD ist nicht giftig für die Leber - wenn du es vernünftig nimmst. Es ist kein Medikament, das man mit 200 mg pro Tag einnimmt, nur weil es „natürlich“ ist. Es ist ein starker Bioaktor, der mit deinem Körper kommuniziert. Und wie jede Kommunikation braucht auch das hier Respekt.
Wenn du gesund bist, keine Medikamente nimmst und unter 50 mg CBD täglich verwendest - dann ist das Risiko so gering wie bei Kaffee oder grünem Tee. Wenn du aber schon mit einer Lebererkrankung kämpfst oder täglich Pillen schluckst - dann lass dich beraten. Ein Bluttest, ein Gespräch mit deinem Arzt, eine kleine Anpassung - das kann alles verhindern, was später schlimmer wäre.
CBD kann dir helfen. Aber nicht, wenn du es wie eine Wunderpille behandelst. Es ist ein Werkzeug - kein Heilmittel. Und wie jedes Werkzeug: Nutze es richtig, und es schadet dir nicht.
Ist CBD bei Fettleber sicher?
Bei Fettleber ist die Leber bereits belastet. CBD kann die Enzyme hemmen, die auch Fettstoffwechsel beeinflussen. Eine niedrige Dosis (unter 20 mg/Tag) ist meist unbedenklich, aber du solltest deine Leberwerte regelmäßig checken lassen. Höhere Dosen könnten die Entzündung verstärken - besonders wenn du auch Zucker oder Alkohol konsumierst. Sprich mit deinem Arzt, bevor du CBD beginnst.
Kann CBD zu Leberentzündung führen?
Es gibt keine Belege dafür, dass CBD bei normaler Dosis eine Leberentzündung verursacht. In Studien mit extrem hohen Dosen (über 20 mg/kg Körpergewicht) stiegen die Leberenzyme an - ein Zeichen von Belastung, aber nicht von Entzündung. In diesen Fällen wurde die Dosis reduziert, und die Werte kehrten zurück. Es ist kein toxischer Effekt, sondern eine Überlastung des Abbausystems. Bei Alltagsdosen ist das Risiko praktisch null.
Wie lange dauert es, bis CBD die Leber belastet?
Es gibt keine feste Zeitspanne. Bei Menschen mit hoher Dosis und bestehender Leberbelastung können Veränderungen innerhalb von 4-8 Wochen sichtbar werden. Bei gesunden Menschen mit niedriger Dosis treten keine Veränderungen auf. Ein Bluttest nach drei Monaten ist die beste Methode, um sicherzugehen - nicht die Zeit, sondern die Dosis und deine individuelle Verfassung zählen.
Soll ich CBD absetzen, wenn meine Leberwerte erhöht sind?
Wenn deine Leberwerte (ALT, AST) über 40 U/L steigen und du CBD nimmst, solltest du die Dosis halbieren und nach zwei Wochen erneut testen. Wenn sie weiter steigen, setze CBD ab und sprich mit deinem Arzt. Wenn sie sinken, kannst du vorsichtig weitermachen. Es ist kein Notfall - aber ein Signal, dass du deine Dosis anpassen musst.
Kann CBD die Leber regenerieren?
Es gibt keine Studie, die zeigt, dass CBD die Leber regeneriert. Einige Tierstudien deuten auf entzündungshemmende Effekte hin, aber das ist nicht das Gleiche wie Heilung. CBD kann helfen, Entzündungen zu reduzieren - aber es heilt keine bestehende Lebererkrankung. Es ist kein Ersatz für medizinische Behandlung.