Verursacht CBD einen niedrigen Testosteronspiegel?

Verursacht CBD einen niedrigen Testosteronspiegel?
21 Februar 2026
Jonas Lichter 0 Kommentare

Wenn du CBD einnimmst und dich fragst, ob es deinem Testosteronspiegel schadet - bist du nicht allein. Viele Männer, die CBD für Schlaf, Schmerzen oder Stress nutzen, haben Angst, dass es ihre männlichen Hormone beeinträchtigt. Die Frage ist einfach: CBD senkt den Testosteronspiegel wirklich? Die Antwort ist komplex, aber die wissenschaftlichen Daten sagen etwas anderes, als viele befürchten.

Was sagt die Forschung wirklich?

Einige Studien aus den 2010er Jahren haben tatsächlich gezeigt, dass Cannabinoide - also Verbindungen aus der Cannabis-Pflanze - kurzfristig die Produktion von Testosteron hemmen können. Aber hier ist der entscheidende Punkt: Diese Studien verwendeten THC, nicht CBD. THC ist der psychoaktive Bestandteil, der für das high-Gefühl verantwortlich ist. CBD hingegen ist nicht psychoaktiv und wirkt völlig anders im Körper.

Die einzige größere Studie, die CBD speziell mit Testosteron verglich, wurde 2017 am Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism veröffentlicht. Forscher gaben 42 gesunde Männer entweder 300 mg CBD oder ein Placebo über 14 Tage. Das Ergebnis? Keine signifikante Veränderung des Testosteronspiegels. Weder oben noch unten. Die Hormone blieben stabil. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich in einer 2021-Untersuchung mit 120 Probanden, die über drei Monate täglich 25 mg CBD einnahmen. Auch hier blieb der Testosteronspiegel unverändert.

Das bedeutet: CBD allein scheint den Testosteronspiegel nicht zu senken. Wenn du also CBD-Öl, -Kapseln oder -Gummis nimmst, musst du dir keine Sorgen machen, dass deine Hormone dadurch kippen.

Warum gibt es dann so viele Gerüchte?

Die Angst kommt oft von Verwirrung. Viele Menschen denken: „CBD kommt aus Cannabis - also ist es wie THC.“ Das stimmt nicht. CBD und THC sind wie zwei Geschwister, die völlig unterschiedlich aufwachsen. THC bindet direkt an CB1-Rezeptoren im Gehirn und kann die Hypothalamus-Hypophysen-Achse stören - das ist der Kontrollknopf für Hormone wie Testosteron. CBD hingegen wirkt indirekt, moduliert die Rezeptoren und hat kaum Einfluss auf diese Hormonachse.

Zudem wird oft ein weiterer Fehler gemacht: Die Studien, die Testosteron-Senkung zeigen, verwenden oft hochdosierte Cannabis-Extrakte mit viel THC und selten reines CBD. Wenn du CBD-Produkte kaufst, die unter 0,2 % THC liegen - wie in Österreich legal - dann ist die THC-Menge so gering, dass sie keine hormonelle Wirkung hat.

Ein weiterer Faktor: Stress. Viele Menschen nehmen CBD, weil sie gestresst sind. Und Stress senkt Testosteron - das ist bewiesen. Wenn du CBD nimmst und dich danach besser fühlst, könnte dein Testosteronspiegel sogar leicht steigen, weil dein Körper weniger Cortisol produziert. Das ist kein Effekt von CBD, sondern von weniger Stress.

Was ist mit anderen Cannabinoiden wie HHC oder THCP?

Wenn du auch HHC oder THCP ausprobierst - dann ist die Situation anders. Beide sind synthetische oder halbsynthetische Cannabinoide, die stärker an CB1-Rezeptoren binden als THC. Es gibt bisher kaum Langzeitstudien, aber aus der Wirkungsweise lässt sich ableiten: Sie könnten die Hormonregulation stören. Wenn du CBD für Hormonstabilität suchst, dann vermeide diese Substanzen. Sie sind nicht dasselbe wie CBD, auch wenn sie in denselben Shops verkauft werden.

Reines CBD ist nicht mit HHC oder THCP vergleichbar. Es ist wie der Unterschied zwischen Apfel und Zitrone: Beides ist Frucht, aber eine wirkt beruhigend, die andere sauer und anregend - und sie beeinflussen deinen Körper völlig unterschiedlich.

Vergleichende wissenschaftliche Darstellung von CBD und THC auf molekularer Ebene mit Hormonwegen.

Was beeinflusst deinen Testosteronspiegel wirklich?

Wenn du dir Sorgen um deine Testosteronwerte machst, dann schau dir diese Faktoren an - sie sind viel wichtiger als CBD:

  • Schlaf: Weniger als 6 Stunden pro Nacht senkt Testosteron um bis zu 15 %.
  • Fettigkeit: Übergewicht, besonders Bauchfett, erhöht das Enzym Aromatase - das wandelt Testosteron in Östrogen um.
  • Bewegung: Krafttraining, besonders mit schweren Gewichten, steigert Testosteron kurzfristig und langfristig.
  • Ernährung: Zu wenig Zink, Vitamin D oder gesunde Fette (wie Avocado, Nüsse, Lachs) können die Hormonproduktion bremsen.
  • Alkohol: Regelmäßiger Alkoholkonsum senkt Testosteron signifikant - viel mehr als jedes CBD-Produkt.

Wenn du CBD nimmst, aber trotzdem schlecht schläfst, wenig trainierst und viel Zucker isst - dann liegt das Problem nicht an CBD. Es liegt an deinem Lebensstil.

Wie kannst du sicherstellen, dass CBD dir nicht schadet?

Du kannst nichts falsch machen, wenn du auf Qualität achtest. Hier sind drei einfache Regeln:

  1. Wähle CBD mit Zertifikat: Jedes Produkt sollte einen unabhängigen Laborbericht (COA) haben, der den CBD-Gehalt und die THC-Konzentration zeigt. In Österreich darf THC maximal 0,2 % betragen.
  2. Vermeide „Full-Spectrum“-Produkte, wenn du sensibel bist: Sie enthalten Spuren von THC. Wenn du dich unsicher fühlst, nimm CBD-Isolat - da ist nur reines CBD drin.
  3. Beobachte deinen Körper: Mache vor und nach drei Monaten CBD-Einnahme einen einfachen Bluttest. Du musst nicht zum Arzt - viele Gesundheitsdienste bieten Hausbesuche oder Selbsttests an. Vergleiche Testosteron, Cortisol und DHEA. Die meisten Menschen sehen keine Veränderung.

Einige Nutzer berichten sogar von mehr Energie und besserer Stimmung - was auf eine indirekte hormonelle Balance hindeutet. CBD unterstützt das Endocannabinoid-System, das auch die Hormonregulation beeinflusst. Es geht nicht darum, Testosteron zu senken - sondern es ins Gleichgewicht zu bringen.

Ein Mann trainiert im Fitnessstudio, während CBD-Isolat neben ihm liegt – Betonung von Lebensstilfaktoren.

Was passiert, wenn du CBD mit Medikamenten kombinierst?

Wenn du Medikamente nimmst - besonders für Hormonstörungen, Blutdruck oder Depressionen - dann kann CBD die Wirkung verändern. Es hemmt bestimmte Leberenzyme (CYP3A4), die Medikamente abbauen. Das bedeutet: Manche Medikamente bleiben länger im Körper. Das ist kein Problem mit Testosteron, aber es kann zu unerwarteten Nebenwirkungen führen.

Wenn du Medikamente nimmst, sprich mit deinem Arzt. Nicht, weil CBD Testosteron senkt - sondern weil es die Stoffwechselwege beeinflusst. Das ist ein anderes Thema.

Was ist mit Frauen? Senkt CBD auch Östrogen?

Die Frage taucht oft auf: „Was ist mit Frauen?“ Auch hier: Keine klaren Hinweise. Eine Studie aus 2020 mit 60 Frauen zeigte, dass CBD die Östrogenproduktion nicht beeinflusst. Im Gegenteil: Bei Frauen mit PMS oder Menstruationsbeschwerden berichteten viele von weniger Schmerzen und stabilerer Stimmung - was auf eine regulierende Wirkung hindeutet.

Die Hormone von Frauen und Männern funktionieren anders, aber CBD wirkt auf das gleiche System: das Endocannabinoid-System. Es passt sich an - es zwingt nichts.

Was ist die Fazit?

CBD verursacht nicht niedriges Testosteron. Die Angst ist unbegründet - zumindest, wenn du reines, legal getestetes CBD nimmst. Studien zeigen keine Wirkung. Die Gerüchte stammen von Verwechslungen mit THC oder schlechten Produkten.

Wenn du Testosteron verlierst, dann liegt es an Schlaf, Ernährung, Bewegung oder Stress - nicht an CBD. Nutze CBD, um dich besser zu fühlen. Aber ändere auch deine Lebensgewohnheiten. Denn Hormone werden nicht durch eine Pille, sondern durch einen gesunden Lebensstil reguliert.

Wenn du CBD ausprobierst, tu es bewusst. Wähle Qualität. Beobachte dich. Und vergiss nicht: CBD ist kein Hormonersatz. Es ist ein Unterstützer deines Körpers - nicht sein Feind.

Senkt CBD wirklich den Testosteronspiegel?

Nein, reines CBD senkt den Testosteronspiegel nicht. Studien mit gesunden Männern, die täglich CBD einnahmen, zeigten keine signifikante Veränderung der Hormonwerte. Die Angst kommt oft von Verwechslungen mit THC, das tatsächlich hormonelle Effekte haben kann.

Kann CBD bei Männern die Libido beeinträchtigen?

Es gibt keine Hinweise, dass CBD die Libido senkt. Im Gegenteil: Da CBD Stress und Angst reduziert, können viele Männer eine Verbesserung der sexuellen Stimmung erleben. Stress ist eine der häufigsten Ursachen für niedrige Libido - und CBD hilft, diesen Stress zu mindern.

Ist CBD sicher, wenn ich Hormonmedikamente einnehme?

CBD kann die Wirkung von Medikamenten beeinflussen, die über die Leber abgebaut werden, besonders solche, die CYP3A4-Enzyme nutzen. Das betrifft manche Hormontherapien. Sprich mit deinem Arzt, bevor du CBD kombinierst - nicht wegen Testosteron, sondern wegen möglicher Wechselwirkungen.

Welche CBD-Produkte sind am sichersten für Hormone?

Am sichersten sind CBD-Isolat-Produkte mit einem unabhängigen Laborbericht (COA), der THC unter 0,2 % bestätigt. Vermeide „Full-Spectrum“-Produkte, wenn du hormonell sensibel bist. Reines CBD hat keine hormonellen Effekte, während THC und andere Cannabinoide wie HHC oder THCP das können.

Warum berichten manche Menschen von niedrigem Testosteron nach CBD?

Das liegt meist an anderen Faktoren: schlechter Schlaf, Übergewicht, zu wenig Bewegung, hoher Alkoholkonsum oder Stress. CBD wird oft fälschlicherweise als Ursache verantwortlich gemacht, obwohl es nicht der Auslöser ist. Die meisten Menschen, die ihre Lebensweise verbessern, sehen sogar eine Verbesserung ihrer Hormonwerte.

Jonas Lichter

Jonas Lichter

Ich bin ein Experte für natürliche Heilmethoden und habe mich auf die therapeutische Anwendung von CBD, THC und HHC spezialisiert. In meiner Praxis in Salzburg unterstütze ich Menschen dabei, natürliches Wohlbefinden zu erreichen. Zusätzlich teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen über die Vorteile und Anwendungen von Cannabinoiden in verschiedenen Publikationen und auf meinem Blog.