Wann sollten Sie CBD nicht einnehmen?

Wann sollten Sie CBD nicht einnehmen?
22 Januar 2026
Jonas Lichter 0 Kommentare

Wenn Sie CBD gern als natürliche Unterstützung für Schlaf, Stress oder Schmerzen nutzen, ist das verständlich. Aber CBD ist kein unschuldiges Süßigkeitsstück - egal ob als Gummibärchen, Öl oder Tropfen. Es wirkt im Körper, und manchmal kann es mehr schaden als helfen. Hier sind die wichtigsten Situationen, in denen Sie CBD lieber lassen sollten.

Wenn Sie Medikamente einnehmen

CBD hemmt bestimmte Enzyme in der Leber, die dafür zuständig sind, viele gängige Medikamente abzubauen. Das bedeutet: Wenn Sie CBD zusammen mit einem Medikament einnehmen, kann das Medikament nicht mehr richtig verarbeitet werden. Es bleibt länger im Körper, wird stärker wirksam - und das kann gefährlich sein.

Das betrifft besonders Blutverdünner wie Warfarin, Antiepileptika wie Clobazam, bestimmte Chemotherapien und einige Antidepressiva. Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigte, dass CBD bei Patienten, die Clobazam einnahmen, die Blutkonzentration des Medikaments um bis zu 30 % erhöhte. Das kann zu verstärkten Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Benommenheit oder sogar Atemdepression führen.

Wenn Sie regelmäßig etwas einnehmen - egal ob verschrieben oder über die Counter - fragen Sie Ihren Arzt, bevor Sie CBD ausprobieren. Kein Arzt sagt: „Probieren Sie mal CBD.“ Aber viele sagen: „Passen Sie auf, wenn Sie es einnehmen.“

Wenn Sie schwanger sind oder stillen

Es gibt keine sicheren Daten, die belegen, dass CBD in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit harmlos ist. Tatsächlich gibt es viele Hinweise, dass es potenziell schädlich sein könnte.

CBD kann über die Plazenta in den Körper des ungeborenen Kindes gelangen. Bei Tieren wurde gezeigt, dass es die Entwicklung des Nervensystems beeinflussen kann. Beim Menschen fehlen langfristige Studien - aber das bedeutet nicht, dass es sicher ist. Es bedeutet nur, dass wir es nicht wissen.

Und auch während des Stillens: CBD gelangt in die Muttermilch. Einige Studien fanden CBD-Rückstände in der Milch von Müttern, die CBD-Öl nahmen. Was das für das Baby bedeutet, ist unklar. Deshalb raten Ärzte und Gesundheitsbehörden in Österreich, der Schweiz und Deutschland eindeutig: Vermeiden Sie CBD während Schwangerschaft und Stillzeit. Kein Risiko ist kein Risiko - aber ein unsicheres Risiko ist keines, das man eingehen sollte.

Wenn Sie Leberprobleme haben

CBD wird hauptsächlich in der Leber abgebaut. Wenn Ihre Leber schon geschädigt ist - durch Alkohol, Fettleber, Hepatitis oder andere Ursachen - kann CBD die Belastung weiter erhöhen.

Studien zeigen, dass hohe Dosen CBD bei manchen Menschen zu vorübergehenden Erhöhungen der Leberenzyme führen. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Leber arbeitet - und vielleicht überlastet ist. Bei Menschen mit bestehenden Lebererkrankungen kann das zu einer Verschlechterung führen.

Wenn Sie jemals einen Bluttest hatten, bei dem die Leberwerte erhöht waren, oder wenn Ihr Arzt Ihnen gesagt hat, Ihre Leber sei „nicht ganz gesund“, dann ist CBD nicht die richtige Wahl. Nicht weil es giftig ist - sondern weil Ihre Leber schon genug zu tun hat.

Schwangere Frau mit CBD-Flasche, die durch einen roten Strich durchgestrichen ist, sanftes Licht im Hintergrund.

Wenn Sie unter niedrigem Blutdruck leiden

CBD hat eine leichte blutdrucksenkende Wirkung. Das ist für manche Menschen ein Vorteil - besonders wenn sie unter hohem Blutdruck leiden. Aber wenn Sie ohnehin oft schwindelig werden, sich benommen fühlen oder schon unter niedrigem Blutdruck leiden, kann CBD das verschlimmern.

Einige Nutzer berichten, dass sie nach der Einnahme von CBD-Gummibärchen plötzlich schwindelig wurden, besonders wenn sie aufstehen. Das ist kein Zufall. CBD erweitert die Blutgefäße - das senkt den Druck. Bei manchen führt das zu Ohnmachtsanfällen oder Stürzen.

Wenn Sie regelmäßig unter Schwindel leiden, Blutdruckmedikamente einnehmen oder schon einmal bewusstlos wurden, sollten Sie CBD mit äußerster Vorsicht oder gar nicht nutzen. Testen Sie es erst mit einer sehr niedrigen Dosis und nur, wenn Sie nicht alleine sind.

Wenn Sie eine psychische Erkrankung haben

CBD wirkt nicht auf alle Menschen gleich. Bei manchen beruhigt es, bei anderen macht es unruhig. Bei Menschen mit Psychosen, Bipolarstörungen oder schweren Angststörungen kann CBD die Symptome verschlimmern.

Einige Studien aus dem Jahr 2024 zeigten, dass CBD bei Personen mit einer familiären Vorgeschichte von Schizophrenie zu erhöhter Paranoia oder Wahnvorstellungen führen konnte - selbst bei niedrigen Dosen. Das liegt daran, dass CBD das Endocannabinoid-System beeinflusst, das auch an der Regulation von Stimmung und Wahrnehmung beteiligt ist.

Wenn Sie unter Depressionen, Angst oder Psychosen leiden - und besonders, wenn Sie Medikamente wie Antipsychotika einnehmen - ist CBD kein Ersatz für Ihre Behandlung. Es kann sie sogar stören. Sprechen Sie mit Ihrem Psychiater, bevor Sie auch nur ein Gummibärchen probieren.

Menschliche Leber mit roten Warnadern und Symbolen für Medikamente, Blutdruck und Gehirn.

Wenn Sie Kinder oder Haustiere CBD geben wollen

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihr Körper ist noch im Aufbau. Die Wirkung von CBD auf das sich entwickelnde Gehirn ist nicht ausreichend erforscht. Deshalb ist CBD für Kinder unter 18 Jahren nicht zugelassen - und auch nicht empfohlen.

Und Haustiere? Viele Besitzer geben ihren Hunden CBD, um Angst oder Schmerzen zu lindern. Aber Hunde reagieren empfindlicher auf CBD als Menschen. Eine falsche Dosis kann zu schwerer Lethargie, Erbrechen oder sogar Koordinationsstörungen führen. In Österreich gibt es keine zugelassenen CBD-Produkte für Tiere. Was Sie online kaufen, ist oft ungenau dosiert - und manchmal enthält es sogar THC, das für Hunde giftig ist.

Wenn Sie Ihr Kind oder Ihr Haustier mit CBD behandeln wollen: Tun Sie es nicht. Es gibt sicherere, besser erforschte Alternativen.

Wenn Sie vor einer Operation stehen

Wenn Sie in den nächsten Tagen operiert werden, hören Sie mindestens eine Woche vorher mit CBD auf - egal ob als Gummibärchen oder Öl.

CBD kann die Wirkung von Narkotika beeinflussen. Es kann die Anästhesie stärker oder schwächer machen, den Blutdruck unvorhersehbar senken und die Blutgerinnung beeinträchtigen. Das macht die Operation unsicherer - für Sie und das medizinische Team.

Ärzte fragen nicht immer nach CBD - sie denken, es sei harmlos. Aber Sie sollten es ihnen sagen. Schreiben Sie es auf Ihre Medikamentenliste. Sagen Sie es beim Vorgespräch. Ein Gummibärchen könnte Ihre Operation komplizierter machen - und das ist kein Risiko, das Sie eingehen sollten.

Was tun, wenn Sie unsicher sind?

CBD ist nicht per se schlecht. Aber es ist nicht für jeden geeignet. Wenn Sie nicht sicher sind, ob CBD für Sie passt - fragen Sie jemanden, der es weiß.

Nehmen Sie Ihren Hausarzt, Apotheker oder einen spezialisierten CBD-Berater zurate. Bringen Sie Ihre Medikamente mit. Sagen Sie, was Sie einnehmen. Fragen Sie: „Könnte CBD mit meinem Zustand oder meinen Medikamenten interagieren?“

Und wenn Sie trotzdem CBD probieren wollen: Beginnen Sie mit der niedrigsten Dosis. Warten Sie 48 Stunden. Beobachten Sie, wie Sie sich fühlen. Keine Gummibärchen am Morgen, dann drei am Abend. Langsam. Vorsichtig. Mit Augen offen.

CBD ist kein Wundermittel. Es ist eine Substanz - mit Wirkung, mit Risiken, mit Grenzen. Wer sie respektiert, nutzt sie sicher. Wer sie unterschätzt, läuft Gefahr, mehr zu verlieren als zu gewinnen.

Jonas Lichter

Jonas Lichter

Ich bin ein Experte für natürliche Heilmethoden und habe mich auf die therapeutische Anwendung von CBD, THC und HHC spezialisiert. In meiner Praxis in Salzburg unterstütze ich Menschen dabei, natürliches Wohlbefinden zu erreichen. Zusätzlich teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen über die Vorteile und Anwendungen von Cannabinoiden in verschiedenen Publikationen und auf meinem Blog.