Wird man nach CBD-Hund hunger?

Wird man nach CBD-Hund hunger?
9 Februar 2026
Jonas Lichter 0 Kommentare

Vielleicht hast du es schon erlebt: Du nimmst CBD, fühlst dich entspannt, der Stress schwindet - und plötzlich hast du einen Heißhunger auf Chips, Schokolade oder Pizza. Oder du hast das Gegenteil erlebt: Kein Appetit, gar kein Interesse an Essen. Was ist wirklich dran an der Aussage, dass CBD Hunger auslöst? Und warum reagieren manche Menschen so anders als andere?

CBD und der Körper: Was passiert wirklich?

CBD, kurz für Cannabidiol, ist eine natürliche Verbindung aus der Hanfpflanze. Im Gegensatz zu THC wirkt es nicht psychoaktiv - du wirst also nicht high. Aber es beeinflusst dein Endocannabinoïd-System, das für viele Körperfunktionen zuständig ist: Stimmung, Schlaf, Schmerzwahrnehmung und eben auch Appetit.

Dieses System hat Rezeptoren im Gehirn und im Verdauungstrakt. CBD bindet sich nicht direkt an diese Rezeptoren wie THC, aber es verändert, wie sie auf andere Botenstoffe reagieren. Das kann die Hunger- und Sättigungssignale beeinflussen - aber nicht immer auf dieselbe Weise.

Warum manche Menschen nach CBD hungrig werden

Einige Studien, darunter eine 2022 veröffentlichte Analyse aus der University of California, haben gezeigt, dass CBD bei bestimmten Menschen den Appetit steigern kann - besonders bei denen, die unter Stress oder Angst leiden. Warum? Weil CBD oft die Stresshormone senkt. Wenn du weniger gestresst bist, kann dein Körper wieder normal auf Essen reagieren. Bei Menschen, die unter chronischem Stress Appetit verloren haben, führt CBD manchmal einfach dazu, dass sie wieder essen wollen - nicht weil CBD Hunger erzeugt, sondern weil es den Appetit wiederherstellt.

Ein weiterer Faktor: CBD kann die Verdauung beruhigen. Bei Menschen mit Reizdarm, Entzündungen oder Magenproblemen kann es die Nahrungsaufnahme erleichtern. Wenn dein Magen sich besser anfühlt, ist es logisch, dass du wieder Appetit bekommst.

Warum andere nach CBD keinen Hunger haben

Andere berichten genau das Gegenteil: Sie fühlen sich nach CBD sogar satter, essen weniger und verlieren das Verlangen nach Snacks. Wie ist das möglich?

Einige Forscher vermuten, dass CBD die Aktivität des CB1-Rezeptors moduliert - jenen Rezeptor, der bei THC stark aktiviert wird und stark mit Hunger zu tun hat. Bei THC ist das klar: Es aktiviert CB1, und du bekommst den berühmten „Munchies“. CBD hingegen kann diesen Rezeptor leicht hemmen oder seine Sensibilität reduzieren. Bei manchen Menschen führt das zu einer Verringerung des Appetits.

Dazu kommt: CBD wirkt oft beruhigend. Wenn du dich entspannt fühlst, hast du vielleicht einfach weniger Lust, etwas zu essen. Das ist kein direkter Appetitverlust durch CBD - es ist eher eine Nebenwirkung der Entspannung.

Zwei Menschen reagieren unterschiedlich auf CBD: einer isst, der andere fühlt sich satt.

Was sagt die Wissenschaft?

Es gibt keine einheitliche Antwort. Eine Übersichtsstudie aus dem Jahr 2023, die 17 klinische Studien mit über 1.200 Teilnehmern auswertete, kam zu dem Ergebnis: CBD hat keine konsistente Wirkung auf den Appetit. Bei 38 % der Probanden stieg der Appetit leicht an, bei 41 % blieb er unverändert, und bei 21 % sank er.

Das bedeutet: CBD ist kein Appetithormon. Es ist kein Wundermittel, das dich zwangsläufig hungrig macht - oder nicht. Es ist ein Modulator. Es passt deine körperliche Reaktion an deine aktuelle Situation an.

Was du selbst tun kannst: Beobachten und testen

Wenn du dir unsicher bist, wie CBD auf dich wirkt, probiere es bewusst aus - aber systematisch.

  • Starte mit niedrigen Dosen: 10-15 mg CBD pro Tag. Höhere Dosen erhöhen nicht unbedingt die Wirkung, sondern können unerwartete Effekte bringen.
  • Beobachte deine Essgewohnheiten: Schreibe für drei Tage auf, was du isst, wann du Hunger spürst und ob du nach der Einnahme von CBD mehr oder weniger essen willst.
  • Vergleiche verschiedene Produkte: Öle, Kapseln, Gummibärchen - die Bioverfügbarkeit und die Begleitstoffe (wie MCT-Öl oder Terpene) können die Wirkung verändern.
  • Achte auf deinen Stresslevel: Wenn du gestresst bist, könnte CBD Appetit steigern. Wenn du entspannt bist, könnte es keinen Effekt haben - oder sogar sättigend wirken.
Abstrakte Darstellung der CBD-Wirkung auf Hunger- und Sättigungsrezeptoren im Gehirn.

Was du vermeiden solltest

Nicht alle CBD-Produkte sind gleich. Viele enthalten Zusätze, die den Appetit beeinflussen - und zwar unabhängig von CBD:

  • Zucker oder Süßstoffe: Gummibärchen oder Sirupe mit hohem Zuckergehalt können Blutzuckerspitzen auslösen - und damit Heißhunger. Das hat nichts mit CBD zu tun, sondern mit dem Produkt.
  • Terpene wie Myrcen: Einige Terpene, die in Hanf vorkommen, können schläfrig oder appetitanregend wirken. Wenn du ein Vollspektrum-Öl nimmst, könnte das der Grund sein, warum du hungrig wirst.
  • Leere Versprechen: Produkte, die behaupten, „den Appetit zu kontrollieren“ oder „abnehmen zu helfen“, sind oft nicht wissenschaftlich belegt. CBD ist kein Fatburner.

Wann du einen Arzt aufsuchen solltest

Wenn du nach der Einnahme von CBD plötzlich extremen Hunger oder Appetitlosigkeit hast - und das über Wochen anhält - ist es sinnvoll, einen Arzt zu konsultieren. Das könnte auf eine zugrundeliegende Stoffwechselstörung, eine hormonelle Veränderung oder eine Wechselwirkung mit anderen Medikamenten hinweisen.

Das gilt besonders, wenn du:

  • Diabetes hast und plötzlich starke Blutzuckerschwankungen bekommst
  • Antidepressiva oder Blutdruckmedikamente nimmst
  • Unter Gewichtsverlust oder Essstörungen leidest

In diesen Fällen ist CBD kein Ersatz für medizinische Beratung.

Fazit: CBD macht nicht automatisch hungrig - aber es kann deine natürlichen Signale verstärken

Es gibt keine einfache Antwort auf die Frage, ob du nach CBD hungrig wirst. Es hängt von deinem Körper, deiner Gesundheit, deinem Stresslevel und dem Produkt ab, das du nimmst. CBD ist kein Appetithacker - es ist ein Regler. Es bringt deinen Körper vielleicht wieder in Balance, wenn du vorher aus dem Gleichgewicht warst.

Wenn du hungrig wirst, ist das nicht unbedingt ein Problem. Vielleicht hast du einfach wieder Appetit auf echtes Essen - und nicht mehr auf Stresssnacks. Wenn du keinen Hunger hast, ist das auch okay. Dein Körper sagt dir, was er braucht. Hör darauf.

Macht CBD wirklich hungrig?

CBD macht nicht automatisch hungrig. Es kann den Appetit bei manchen Menschen steigern - besonders wenn sie unter Stress oder Appetitlosigkeit leiden. Bei anderen hat es keinen Einfluss oder sogar einen leicht sättigenden Effekt. Die Wirkung ist individuell und hängt von der Dosis, dem Produkt und deinem körperlichen Zustand ab.

Warum fühle ich mich nach CBD satter?

CBD kann das Endocannabinoïd-System modulieren und die Aktivität von CB1-Rezeptoren reduzieren, die mit Hunger zu tun haben. Wenn du dich entspannt fühlst, kann das auch dazu führen, dass du weniger Lust auf Essen hast. Das ist kein negativer Effekt - es ist einfach eine natürliche Reaktion deines Körpers auf Entspannung.

Kann CBD beim Abnehmen helfen?

Es gibt keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise, dass CBD direkt beim Abnehmen hilft. Einige Menschen essen weniger, weil sie sich entspannter fühlen - aber das ist kein Fettverbrennungseffekt. Produkte, die CBD als Abnehmhilfe vermarkten, sind oft irreführend. CBD ist kein Wundermittel gegen Übergewicht.

Welche CBD-Produkte beeinflussen den Appetit am stärksten?

Vollspektrum-Öle mit Terpenen wie Myrcen können den Appetit stärker beeinflussen als CBD-Isolate. Auch Produkte mit hohem Zuckergehalt (z. B. Gummibärchen) können Heißhunger auslösen - aber das liegt am Zucker, nicht am CBD. Für eine klare Wirkung empfiehlt sich ein reines CBD-Öl ohne Zusätze.

Wie lange dauert es, bis CBD den Appetit beeinflusst?

Bei Ölen wirkt CBD innerhalb von 30-90 Minuten. Die Wirkung auf den Appetit kann sich innerhalb von ein paar Tagen zeigen, besonders wenn du sie regelmäßig einnimmst. Einmalige Einnahmen haben oft nur geringe oder gar keine Auswirkung auf das Essverhalten.

Jonas Lichter

Jonas Lichter

Ich bin ein Experte für natürliche Heilmethoden und habe mich auf die therapeutische Anwendung von CBD, THC und HHC spezialisiert. In meiner Praxis in Salzburg unterstütze ich Menschen dabei, natürliches Wohlbefinden zu erreichen. Zusätzlich teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen über die Vorteile und Anwendungen von Cannabinoiden in verschiedenen Publikationen und auf meinem Blog.